No Worries – Backpacking für Anfänger

NoWorries BackpackingVor etwa 10 Jahren landete ich das erste Mal in einem Hostel. Ich besuchte Freunde in Südafrika und überließ ihnen die Organisation eines Trips durch den Kruger Park. Zu dem Zeitpunkt war mir gar nicht klar, was Backpacking ist. Und als es mir klar wurde, war ich erst mal not amused. Es fing schon an, dass ich nicht nachvollziehen konnte, wieso jemand aus eigenem Willen in einem Schlafsaal übernachten wollen würde. Ganz zu schweigen von der unbehaglichen Vorstellung, nur mit dem Rucksack herumzureisen. Ohne zu wissen, wo man am nächsten Tag ein Dach über dem Kopf findet… Oje, dachte ich mir damals und legte mich ins Zeug, den anderen auch die Stimmung zu vermiesen. Es wurde einer meiner geilsten Urlaube. Jaja, es hätte mir damals geholfen, wenn ich das Buch zur Hand gehabt hätte, das ich Euch heute vorstellen möchte: „No Worries – Backpacking für Einsteiger“ von Patrick Hundt. Da wäre ich viel entspannter gewesen. Und hätte nicht versucht gehabt, einem der Hostel-Zimmergenossen das Schnarchen gewaltsam abzugewöhnen…

Patrick ist ein erfahrener Backpacker, der einen sehr erfolgreichen Reiseblog betreibt: 101places.de. Er hat bereits einige E-Books geschrieben, in denen er seine Reiseerfahrungen mit anderen teilt.
Sein neuestes Buch heißt „No Worries-Backpacking für Einsteiger“. Freundlicherweise hat er mir ein Exemplar zugeschickt, über das ich als Testleserin nun berichten werde. Nicht ganz uneigennützig von mir, versteht sich: ich plane selber eine High-Heel-freie Rucksackreise zu machen, also kann ich mit einer Klappe gleich zwei-drei-vier Fliegen schlagen.
Das Buch richtet sich an Personen, die vor ihrer ersten Backpacker-Reise stehen bzw. mit dem Gedanken spielen, diese Art des Reisens auszuprobieren (also passe ich gut in die Zielgruppe ;)). Es gibt ihnen nützliche Tipps, wie sie ihre Reise am besten vorbereiten und organisieren. Und nicht zuletzt möchte es ihnen auch die Angst und die Unsicherheit vor einer solchen Reise nehmen. Denn als Backpacker ist man häufig alleine unterwegs und muss sich spontan um Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung kümmern. Man hat sein ganzes Hab und Gut auf dem Rücken und ist ganz auf sich gestellt. Für manche bedeutet dies die absolute Freiheit, aber für andere, die es nicht kennen, könne es erschreckend oder im besten Fall verunsichernd sein.

Als erstes hat mir der leichte und verständliche Stil zugesagt. Anbetracht dessen, dass diese Rezension im Schwabenland geschrieben wird, ist das scho Lob g’nug ;). Auch gefällt mir, dass die Ratschläge einem sehr unaufdringlich rübergebracht werden. Zu diesem Thema werden einem oft pushende Motivationssprüche zugeworfen „Um die Welt als Backpacker: Das KANNST DU auch!!!“. Ehrlich gesagt habe ich keine Zweifel, dass ich das kann. Die Frage ist, ob ich das will. In diesem Punkt überlässt das Buch einem selber die Entscheidung, wie intensiv man sich auf diese Erfahrung einlassen möchte: man muss sich nicht gleich mit vollem Karacho ins Backpacker-Dasein stürzen (es sei denn, man will es so). Aber Backpacking sollte man dennoch ausprobiert haben: es hat seine Vorteile und das Buch macht drauf aufmerksam: es ist günstiger und unabhängiger, so zu reisen. Und man lernt viele neue Menschen kennen. In wie fern der Reisende diese Vorteile ausschöpfen möchte, kann er selbst bestimmen.

Parallel geht das Buch auf wichtige praktische Themen ein:
* Was/wie viel nimmt man mit?
* Wie findet man günstige Flüge und Unterkünfte?
* (Technische) Ausstattung für die Reise
* Geld (wie viel Geld nimmt man mit? Wie kommt man im Ausland an Bargeld heran?)
* Erreichbarkeit während der Reise (Internet, WLAN, Handy)
* Sicherheit
* Gesundheit/Krankenversicherung
* Was mache ich, wenn… *#%&?!… passiert

Dazu gibt es nicht nur hilfreiche Informationen aus erster Hand, sondern auch Hinweise, wo im Internet weitere nützliche Tipps zu finden sind. Die Punkte sind übersichtlich und bündig dargestellt. Somit steckt das Buch den Rahmen für absolute Einsteiger ab und hat nicht den Anspruch alle Themen bis ins letzte Detail auszuschöpfen. Dazu gibt es einen Überblick, welche Länder für welches Budget und insbesondere für den Anfang geeignet sind.

Obwohl ich bereits Backpacker-Erfahrungen gesammelt habe, finde ich viele der Tipps sehr hilfreich (z. B. den mit der alten Kreditkarte, die man als Attrappe mit sich herumtragen kann oder wie man die besten Flüge aussucht).
Nicht zuletzt hat mir auch eine der Quintessenzen des Buches gut gefallen: es geht immer weiter, egal mit welchen Widrigkeiten man auf Reisen konfrontiert wird. Und irgendwie kommt man immer nach Hause (wir reden hier natürlich nicht von ganz ausgefallenen Umständen). Es hilft tatsächlich, sich das bewusst zu machen, wenn man im Ausland plötzlich ohne Kreditkarte da steht oder einen Flug verpasst hat. Das Buch weist einen auf entspannte Art und Weise hin, dass unterm Strich doch alles halb so wild ist.
In diesem Sinne: definitiv ein guter und empfehlenswerter Ratgeber für die erste Backpacker-Reise, auf den ich zurückgreifen würde, wenn die Zeit reif ist ;). Mal sehen, wohin es mich dieses Jahr dann noch verschlägt …

Singapur: Unterwegs in Little India oder der beste Tee in der Stadt

Als ich mal in Chinatown in Singapur dieses Eis aß,
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fragte mich ein Chinese mittleren Alters, ob er sich an meinen Tisch setzen dürfe. Meine Reaktion war leider bulgarisch: ich nickte spontan. Was auf Bulgarisch „Nein“ bedeutet. Und in nahezu allen anderen Ländern „Ja“. Also setze er sich zu mir und verwickelte mich in ein Gespräch. Er gab mir Reisetipps über Singapur und erzählte mir, ich solle nach Little India fahren und dort im zentralen Hawker Center den Stand 3#11 aufsuchen. Der Verkäufer dort würde den besten Tee in Singapur machen und selbst der Präsident von Singapur würde seinen Tee dort trinken.
Hm… beim Wort Tee klingelte es bei mir (wie manche von euch vielleicht wissen, bin ich ja großer Tee-Fan). Also Eis zu Ende geschleckt und ab in die MRT nach Little India. Von Chinatown sind es nur wenige Haltestellen.
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Dort ausgestiegen fiel mir relativ schnell eins auf: die heiße und feuchte Luft war geschwängert vom Geruch nach Gewürzen, Essen und anderen undefinierbaren Dingen – eine Mischung aus exotisch und penetrant.

Für mich kein Punkt, der spontane Begeisterung auslöst. Eher ein Naserümpfen. Aber, wer schon zu Stundentenzeiten drei Tage lang in einer Fleischfabrik gearbeitet hat, der schreckt nicht so schnell vor ein wenig strengem Geruch zurück. Abgesehen davon hatte ich ja eine Mission, also machte ich mich auf Erkundungstour.

Auch in Little India findet man hübsche Shop Houses wie in Chinatown:
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Aber im Allgemeinen wirkt hier alles etwas heruntergekommener.

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Überall gibt es kleine bis mittelgroße Geschäfte, manche der Händler haben ihren Stand aber auch direkt an der Straße aufgebaut:

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Und auch wenn hier eher der Geruchssinn herausgefordert wird und alles nicht so auf Hochglanz poliert ist, kann man in Little India manche ungewöhnliche Entdeckung machen.

Ich verirrte mir relativ schnell in eine kleinere Gasse. Und es dauerte nicht lange, da lief ich an einem kleinen Laden vorbei. Vor der Tür brannten Räucherstäbchen an einem kleinen Altar und auch der Ladenbesitzer saß müßig da. Ich steckte meine neugierige Nase in die Türöffnung und wollte genau sehen, was er da verkauft. In dem schummrigen Laden, zwischen verstaubten Räucherstäbchen-Packungen und Buddha-Figuren konnte ich das restliche Sortiment ausmachen: Sex-Toys aller Art. Juhu, wie geil ist das denn, dachte ich mir, und wollte natürlich gleich ein Bild davon machen. Der Verkäufer erahnte, dass ich wohl kein ernsthaftes Interesse an seinen Second-Hand-Artikeln hatte (zumindest muteten die Teile so an…) und gab mir zu verstehen, dass sein zweifelhafter „Schrein“ nicht fotografiert werden darf.

Das fand ich etwas bedauerlich, aber ich musste nicht lange warten: nur wenige Minuten später wurde ich mit dieser schrillen Erscheinung entschädigt:
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Ganz schön viel los auf dem Fahrrad, was? Und was will uns der Fahrer mit dem Puppenkopf mit dem weit aufgerissenen Maul am Lenker wohl sagen?! Es bleibt sein Geheimnis. Aber so was zweimal an einem Tag?! Da hat sich der Besuch schon gelohnt ;D.

Lustigerweise blieb es an diesem Tag auch nicht nur dabei, auch wenn die weiteren Entdeckungen nicht mehr ganz so frivol ausfielen. Ich lief einfach weiter und schaute mir die Gemüseläden an. Da entdeckte ich diese „Warzen“-Gurken, die teilweise an einer Krankheit oder einem Tier aus den Meerestiefen erinnern:
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Neben den Gemüseständen gibt es viele kleine Läden in Little India, in denen man sich auch die Haare, die Augenbrauen oder einen ausufernden (Damen-)Bart mit einem Faden im Null-Komma-Nix zurechtzupfen lassen kann. Da kann man sich auch Hände und Füße mit Henna bemalen lassen. In einem Anflug von spontanem Leichtsinn unterzog ich mich ebenfalls einer kleinen Henna-Session:

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Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass das Zeug danach mindestens 3 Wochen lang dranbleibt, bis es sich ausgewaschen hat. Als ich davon erfuhr (natürlich nachdem es schon dran war), versuchte ich mir ins Gedächtnis zu rufen, wann mein nächster Kundentermin nach dem Urlaub wäre… Dazu fand ich, dass die Frau es hätte hübscher machen können. Aber nachdem die Farbe trocken war und nur die Zeichnung auf der Haut blieb, sah es gar nicht so schlecht aus. Ich habe sogar einige Komplimente dafür bekommen. Glücklicherweise war die Qualität nicht von der versprochenen Dauer, nach zwei Wochen konnte ich die verbleibende Bemalung wegrubbeln.

Wer genug Zeit in Little India/Singapur verbring, landet irgendwann im Mustafa Zentrum.

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Das ist eine riesige Shopping Mall, in der man buchstäblich die eierlegende Wollmilchsau finden kann. Sie erstreckt sich über mehrere Etagen und dort gibt es alles Mögliche zu kaufen: Kleidung, Technik, Schuhe, Kosmetik, Essen, Schmuck, Sportartikel, und was das Herz so begehrt.

Wenn man in Singapur lebt, lohnt es sich seine Großeinkäufe mal hier zu machen, denn die Sachen sind etwas günstiger. Es ist natürlich keine feine Shopping-Mall, aber auch wenn die Adidas-Schuhe lieblos in Gitterboxen zusammengepfercht sind, sind sie trotzdem Adidas-Schuhe. Es sieht so aus, als wäre dort alles etwas schäbiger, aber letztendlich sind alle Artikel Originalware.
Das Coole an der Mall ist, dass sie 24h geöffnet hat. Wer mal was Ungewöhnlicheres machen will, könnte z.B. für ein paar Stunden auf der Party-Meile in SG – Clarke Quay/Boat Quay – durchfeiern und danach ein Night-Shopping einlegen.
Eine kleine Enttäuschung musste ich im Mustafa Center aber dennoch wegstecken: ich konnte dort keinen Eierkocher finden! Eierlegende Wollmilchsau ohne Eierkocher geht ja mal gaaaar nicht, oder 😀 ?! Aber wer weiß, vielleicht haben sie diese Marktlücke inzwischen schon geschlossen.

Irgendwann musste ich das Mustafa Center verlassen, um mich endlich auf die Suche nach dem Hawker Center zu machen.

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Denn langsam aber sicher wollte ich auch wieder mal etwas essen.

Das Einkaufszentrum war schnell gefunden. Dort angekommen, fing ich an, nach dem Laden zu suchen. Insgeheim hoffte ich, dass er nicht in unmittelbarer Nähe des Fischmarktes ist. Diesen konnte man schnell im untersten Stockwerk finden: immer der Nase nach…
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Nach kurzem Herumirren war ich endlich am Ziel: es war tatsächlich ein Getränke-Stand.  Ich setzte mich an einen Tisch und bestellte mir etwas zum Essen. Dazu nahm ich vernünftigerweise eine Mango-Lassi und fragte nach dem speziellen Tee, der auch vom Präsidenten höchstpersönlich so geschätzt sei. Der Besitzer flitzte kurz herum und bald kam er wieder mit einem Becher schwarzen Tees zurück, gemischt mit Milch und Zimt (glaube ich). Also Chai-Latte für Anfänger?? Auf meine Frage, was denn für spezieller Tee hierfür verwendet wurde, kam eine knappe Antwort:
„Lipton“.

…tja, so viel zum Thema „der beste Tee in der Stadt“ 😉 . Da fiel mir auch nichts Schlagfertiges mehr ein. Ausnahmsweise.

Wichtig: The Hiking High Heel zieht um!

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Hallo Ihr Lieben!

Ich habe beschlossen, den Domain-Provider für The Hiking High Heel zu wechseln und auf die selbstgehostete Version von WordPress umzusteigen. So kann ich freier über die Gestaltung der Inhalte entscheiden und diese besser für Euch aufbereiten. Das heißt: der Name bleibt, er läuft nur bei einem anderen Anbieter.

Der Umzug ist beantragt und kann einige Tage dauern. Das kann dazu führen, dass http://www.the-hiking-highheel.com demnächst temporär nicht erreichbar sein wird oder die Inhalte nicht zur Verfügung stehen. In dieser Zeit wird der Blog weiterhin unter

https://thehikinghighheel.wordpress.com

erreichbar sein (behauptet WordPress 😉 ).

Ich werde Euch informieren, sobald

http://www.the-hiking-highheel.com wieder in vollem Umfang zur Verfügung steht.

Drückt die Daumen, dass alles klappt, denn knapp daneben ist auch vorbei, arrrr 😀 !

Tragt Euch in den Email-Verteiler ein oder folgt mir auf Twitter, um auf dem Laufenden zu sein, wann alles abgeschlossen ist ;):

@hikinghighheel

Danke für Euer Verständnis, I’ll be back 🙂 !

Das Muffin-Roulette

Binka0001Hallo Ihr Lieben!!!

Was gibt es Schöneres, als seine Mitmenschen zu einem netten Anlass mit selbst gebackenen Süßigkeiten zu beglücken?

Ich sage es euch: schöner ist nur das Muffin-Roulette. Das ich anlässlich Ostern für meine lieben Kollegen organisiert habe…

Mein ursprünglicher Plan war, die Kollegen mit einer Ladung selbstgebackener Muffins zum 1. April zu überraschen. „Das Böse“ an meinem April-Scherz: einer der Muffins sollte anders sein…

Binka0002Leider wurde ich von einem fiesen Hexenschuss heimgesucht und konnte mich am Tag vor dem ersten April nur mit fremder Hilfe von meiner rechten auf meine linke Seite drehen. Jaja, so was kommt selbst in den besten Familien vor. Da ich nicht backfähig war, beschloss ich nun kurzerhand, die Überraschung auf Ostern zu verschieben.

Der Ursprung…

Dieses Spiel hatte ich bereits vor drei Jahren zum 1. April gemacht. Ich hatte damals eine weiße Schokolade mit Chili gekauft. Die sooooo scharf war, dass mein Kreislauf zusammengebrochen ist, nachdem ich beherzt eine „Rippe“ davon verschlungen hatte… Demzufolge konnte ich diese Schokolade nicht mehr selber essen. Also rieb ich sie klein und mischte sie einem der Muffins bei, die ich mit viel kollegialer Nächstenliebe zubereitet hatte. Die Schokolade war hell und roch nach Vanille, der Teig war hell, und so kam zusammen, was zusammengehörte.

Am nächsten Tag stürzten sich meine Kollegen gierig auf das Muffingut. Und einen Kollegen erreichte die Warnung vor dem „bösen“ Muffin zu spät ;D! An dieser Stelle möchte ich euch bitten, euch mein diabolisches Lachen vorzustellen: ha ha ha.

Der Betroffene hielt aber bis zum Schluss dicht, so dass die Angst in der Luft hing, bis auch der letzte Muffin gegessen wurde. Es war herrlich, zuzusehen, was für Methoden entwickelt wurden, um den Muffin zu identifizieren: auf der Suche nach versteckten Gegenständen zerlegten ihn manche bis aufs letzte Atom. Oder waren felsenfest überzeugt, Senf geschmeckt zu haben. Oder Salz. In der Summe gab es einige geschmackliche Verwirrungen, gegen die ich mich wehren musste.

Zum Schluss wurde das Geheimnis gelüftet. Von dem „bösen“ Muffin war noch sehr viel übrig. Verständlicherweise. Dann kam unser Chef vorbei und sagte, dass er sich vor scharfem Essen nicht fürchtet. Mutig biss er ab. Danach trank er einen großen Schluck Kaffee und sagte nichts mehr.

Die „Reste“ wurden ganz unerwartet von einem anderen Kollegen „verschleppt“, der gerade aufgrund eines Programmierungsproblems etwas durch den Wind war. Vor unseren erstaunten Augen verschlang er, was an scharfem Muffin noch übrig war, und ging seelenruhig davon. Aber was hätte ihm denn noch passieren sollen?? Sein Blick war wegen des Problems schon davor ziemlich leer gewesen…

Und so war er weg, der Muffin. Sein eingziges Verbrechen bestand letztendlich darin, dass er etwas mehr Kalorien hatte…

Die Fortsetzung…

Jedenfalls wiederholte ich das nun zu Ostern, da mir Eiersuche schwieriger zu organisieren schien. Ich backte fleißig drei Bleche mit Muffins und verkündete die frohe Botschaft in der Arbeit am letzten Arbeitstag vor Ostern. Sie wurde nicht mit überschwänglischer Freude entgegengenommen, die Erinnerungen saßen wohl noch tief. Ha ha ha. Verständlicherweise freuten sich vorwiegend die neuen Kollegen, die das noch nicht kannten. Einen von den Neuen ließ ich diesmal den Muffin für unseren Chef auswählen (kein Treffer!). Und einen von den neuen erwischte es auch zum Schluss.
Und ratet mal, was im Evil-Muffin drin war???

Ein Ei, was sonst. Frohe Ostern :)!

Keine Schokolade ist auch keine Lösung…

Alle guten Dinge im Leben sind entweder illegal, unmoralisch oder man wird davon dick.

Nach dem unmoralischen Exkurs im letzten Beitrag arbeite ich mich heute durch bis zum dritten Punkt.

Wie viele von euch, habe ich auch einen zweiten Magen, der für alle Arten von süßen Speisen vorgesehen ist. Dieser Magen ist bei mir vor allem eins: allzeitbereit. Er kann immer und er will immer: etwas Süßes haben.

In Singapur musste ich die Existenz dieses Magens unerwarteterweise in Frage stellen. Plötzlich weckten Schokolade, Muffins oder Kekse keinerlei Gelüste mehr in mir. Für einen kurzen Moment ließ mich das an meiner geistigen Gesundheit zweifeln…
Aber bald fand ich den Grund heraus: es war zum Glück nur

Die Hitze…

Bei Dauertemperatur > 27° hat Schokolade ihre richtige Konsistenz (schmilzt bei 26°) von vorne herein verloren. Sie liegt dann wie Blei im Magen und man hat das Gefühl, dass sie noch fetter macht… Und plötzlich hat man auch keine Lust mehr auf Sachen wie Käse, Wein, Salami und alles, was man in Deutschland sonst so gern gegessen hat (naja, zumindest mir ging es so).

Ich wollte es am Anfang nicht so richtig glauben und nachdem ich mich mit manch asiatischem Essen nicht anfreunden konnte, gingen wir in ein bayrisches Restaurant in Vivo City. Dort wurden wir von der Bedienung – drei hochgewachsenen Indern – mit einem einwandfreien „Servus!“ begrüßt. Gfoit ma ;), aber nach Deftigem war’s mir auf Dauer auch nicht…

Also wähnte ich mein Figürchen schnell in Sicherheit: täglich mehrere Kilometer Fußmarsch, keine Schokolade und die angeborene Abneigung gegenüber frittierten Hühnerköpfen ließen mich zunehmend erschlanken.

Aber wie soll es anders sein, eines Tages lief ich an einem der Cake Shops von Bengawan Solo vorbei.

Abgesehen davon, dass Bengawan Solo ein indonesischer Song über einen Fluss sei, ist das auch eine Kette in Singapur, die indonesische Spezialitäten, Kuchen und Kekse herstellt. Gegründet wurde sie von einer Dame, die einst ihre hausgemachten Kuchen zuerst an die Nachbarn und später an umliegende Geschäfte und Restaurants verkaufte. Bis ihr die Steuerbehörde auf die Schliche kam. So sei sie gezwungen gewesen, entweder ihre Backkünste wieder in die eigenen vier Wände zu verlagern oder einen eigenen Laden zu eröffnen. Offensichtlich hatte sie sich für Letzteres entschieden und ist heute Millionärin.
Und so kann man ihre Kreationen heutzutage in Singapur kaufen: Kuchen mit exotischen Namen, interessantem Aussehen und für mich völlig neuem Geschmack. Um nur ein paar davon zu nennen: Binka Ubi, Kueh Angku, Lapis Sagu, Kueh Dadar, Kueh Talam, Talam Ubi, Talam Hidjau, Ongol Ubi… Es handelt sich dabei meistens um süße gedämpfte Kuchen von halbfester und z. T. leicht klebriger Konsistenz.

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BengawanSolo-3Zu dem Zeitpunkt konnte ich mit Namen wie Ubi-Bubi und Angu-Mangku nichts anfangen. Und aus Form und Farbe wurde ich auch nicht schlau. Sprich, ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Küchlein schmecken oder riechen. Daher kaufte ich ein Probierset, bestehend aus Binka Ubi, Kueh Angku, Kueh Dadar, Talam Hidjau und Lapis Sagu.

BengawanSolo-1Plötzlich meldete sich das zweite Mäglein wieder. Ich beschloss das süße Stück zu probieren, von dem ich mir geschmacklich am wenigsten versprach. Und so fing ich an, an einem Kueh Dadar – eine Art grüner Pfannkuchen – zu naschen… Einen Bissen später und ich machte kehrt. Keine 3 Minuten waren seit meinem Einkauf vergangen, schon stand ich wieder vor dem Laden und kaufte drei weitere Kueh Dadars. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass mir dieser grüne Pfannkuchen so munden würde…

Er ist gefüllt mir einer Kokosmischung, die mit Palmenzucker zubereitet ist. Und der grüne Teig hat einen besonderen, samtweichen Duft, den ich nicht kannte: den Duft nach Pandan. Meine umgehende Recherche ergab, dass Pandanblätter in Indonesien, Malaysia, Thailand und alles, was in der Nähe ist, weit verbreitet seien. Sie haben einen ganz besonderen milden Duft/Geschmack (hier schmeckt man ganz klar mit der Nase) und harmonieren hervorragend mit Gerichten, die mit Kokos zubereitet werden. Pandan-Blätter werden auch oft eingesetzt, um den Geschmack von billigem Reis zu veredeln:

In diesem Fall hatten die Pfannkuchen nicht nur ihren geilen Geschmack, sondern auch ihre geile Farbe diesen Blättern zu verdanken. Und trotz Hitze konnte ich sie gut essen und mir hat’s sogar immer wieder danach gelüstet 😉 (übrigens, Binka Ubi wäre mein zweiter Favorit).

Es war sofort klar, dass ich sie zu Hause nachmachen werde. Schon in SG kaufte ich ein Päckchen Palmenzucker für die Füllung. Die Pandanblätter musste ich aber in Deutschland erstmal suchen.

In Singapur kann man sie in jedem Supermarkt für etwa 45 Cent (SGD) kaufen (ca. 0.30€). In Deutschland bekommt man sie frisch in guten Asialäden für etwa 2€ pro Bund. Das erste Mal kaufte ich sie aber tiefgefroren in einem Asiashop. Zu Hause angekommen musste ich feststellen, dass sie schon im Jahr 2011 abgelaufen waren… Ich ließ mich nicht entmutigen: aufgetaut, den Riechtest durchgeführt, für gut befunden und zu Kueh Dadar verarbeitet. Selbstlos wie ich bin, ließ ich vorsichtshalber Mr. G und engste Freunde zuerst probieren, bevor ich mich selber da ranmachte ;D.

Neee, das war natürlich Spaß. Äh fast. Beim zweiten Mal kaufte mir Mr. G dann frische Blätter.

Und da ihr euch bestimmt schon fragt, wann ich endlich das Rezept rausrücke, hier ist es:

Kueh Dadar selbst gemacht ;)

Kueh Dadar selbst gemacht 😉 (auch bekannt unter dem Namen Kueh Ketayap)

Für den Teig

  • 6 Pandan Blätter
  • 250 ml Wasser
  • 150 gr Mehl
  • 1 Ei, verrührt
  • 60 ml Kokosmilch
  • 1 Prise Salz

Für die Füllung (ich persönlich nehme nur die Hälfte an Kokosraspeln und Zucker!)

  • 300 gr Kokosraspeln
  • 150 gr Palmenzucker
  • 2 Pandan Blätter
  • 100 ml Wasser
  • etwas Butter
  1. Füllung zubereiten: Palmenzucker zerkleinern (falls er in gepresstem Zustand vorliegt) und mit verknoteten Pandan Blättern in einen Topf mit dem Wasser erhitzen. Wenn das Wasser kocht, Hitze reduzieren und die Kokosraspeln hinzufügen und gut vermischen. Weiter rühren, bis das Wasser verdunstet ist, aber die Kokosraspeln noch feucht sind. Dann vom Herd nehmen und auskühlen lassen.
  2. Teig zubereiten: Die Pandan Blätter grob zerkleinern und in einem Mixer pürieren. Durchsieben, um den Saft abzufangen. Mehl mit Salz vermischen. Das Ei dazu geben und langsam mit der Kokosmilch und den Pandan Saft verrühren. Klumpenbildung vermeiden und wenn nötig mit Wasser oder Kokosmilch verdünnen.
  3. Dünne Pfannkuchen in einer Pfanne braten.
  4. Jeweils einen Löffel von der Füllung auf jeden Pfannkuchen geben und zusammenrollen.

Ich mag sie persönlich am liebsten lauwarm und trinke dazu ganz non-indonesisch einen kühlen, selbst gemachten Ayran (bei warmem Wetter ebenfalls bewährtes Getränk). Oder wie wäre es mit Tee??

Enjoy :)!